Viele Kräuterfrauen umschwärmen einen Kräutermann... und mit der Postkutsche auf den Spuren Casanovas nach Prag

Der Bauerngarten des Weidegutes Colmnitz, der sich über mehr als 5 Hektar erstreckt, ist das Herzstück der Außenanlage des Naturerlebnishofes. Am Ortsausgang gelegen, ist der Vierseitenhof ein überzeugendes Beispiel, wie gut man jahrhundertealte Bausubstanz erhalten und pflegen kann. Er ist Anziehungspunkt in dem osterzgebirgischen Reihen- und Waldhufendorf Colmnitz, am Nordrand des Tharandter Waldes. Es ist ein Dorf, dass durch seine liebevoll gepflegten Fachwerkhäuser auffällt und per Postkutsche Anschluss nach Prag hat...

Der Bauerngarten des Weidegutes hält für jeden Gartenfreund Anregungen und Tipps bereit, wie er durch Kräuterspirale, Trockenmauer oder eine Vogeltränke den heimischen Garten attraktiver gestalten kann.

Ein besonders anziehendes Element ist der Kräutermann, eine mit Holzpflöcken eingerahmte, liegende Menschengestalt, bei der die Heilpflanzen dort angeordnet sind, wo sie dem Menschen gut tun. Sowohl Pflanzen und auch Kräutermann brauchen regelmäßige Pflege und, wenn sie in die Jahre gekommen sind, umso mehr.

Frau Barbara Erler, die Gästeführerin und Kräuterfrau des Weidegutes Colmnitz und ihre Kräuterfrauengruppe umschwärmen und pflegen den Herrn liebevoll. Vielleicht sollte man dem Herrn, wenn er fertig gestellt ist, den Namen „Fiacrinus“, dem Schutzpatron der Gärtner oder „Benedikt, dem Schutzpatron der Bauern, geben. „Dorothea“ als Schutzheilige der Gärtner könnte Namensgeberin der eventuellen Frau des Kräutermannes werden.

Vor einigen Jahren war Frau Barbara Erler das Vorruhestandsleben einfach zu langweilig. Sie war 40 Jahre als Bankkauffrau tätig und immer an den Umgang mit Menschen gewohnt. So fasste sie den Entschluss, sich zur Gästeführerin ausbilden lassen und erwarb 2003 das entsprechende Zertifikat. Leider waren die Anzahl der zu führenden Gäste etwas mager. So besann sie sich zusätzlich auf ihr Hobby und auf ihre Großmutter.

Mit der Großmutter ist sie oft durch den Grund von Rabenau nach Paulsdorf, an der Talsperre Malter, gelaufen. Bei diesen Wanderungen wurden Kräuter bestimmt und gesammelt. Frauen haben bekanntlich eine sehr enge Beziehung zu den Pflanzen ihrer Umgebung. Zurückzuführen ist das sicher auf die historische Rolle der Frau, deren Aufgabe es schon immer war, für die Gesundheit ihrer Familie zu sorgen und Grundkenntnisse in der Krankenpflege zu erwerben. Frau Erler lernte schon als Kind viel über die Verwendung der Heilkräuter und braute bereits 1960 als junge Frau, als das noch gar nicht so in Mode gekommen war, Tee, Salben, Tinkturen und Hustensäfte für ihre Familie.

Im Jahr 2002 begann sie mit interessierten Frauen über „Kräuter, die man am Wegesrand mit Füßen tritt“ zu sprechen, denn … Kein Kräutlein in die Höhe sprießt, aus dem nicht eine Heilkraft fließt! Diese Heilkraft muss man nur kennen, dann kann man sie auch anwenden. So wurde aus den gemeinsamen Wanderungen bald ein gemeinsames „Kräutern“ bei dem man heilkräftige Salben und Tränke braute. Die Kräutergruppe trifft sich regelmäßig zum „Kräutern“ und natürlich auch zur Pflege des berühmten Colmnitzer Kräutermannes.

Der Lieblingsplatz vom Kräutermann und seinen vielen Kräuterfrauen ist der Bauerngarten des Weidegutes Colmnitz. In ihm findet man, neben unterschiedlichsten Gemüsesorten wie Möhren, Zwiebeln, Bohnen, Feldsalat und Kartoffeln, auch Küchen- und Heilkräuter. Wie z.B. Liebstöckel, Knoblauch, Majoran, Petersilie, Pfefferminze, Fenchel, Dill, Rosmarin, Salbei und Thymian.

Natürlich fehlen auch die typischen Blumen wie Astern, Dahlien, Margeriten, Fingerhut, Pfingstrosen, Phlox, Schafgarbe, Sonnenblumen und Narzissen nicht. Der Bauerngarten des Weidegutes fällt durch seine geometrische Form und seine Buchsbaumhecken, die als Einfassung der Beete dienen und für die Pflanzen Windschutz und gleichzeitig Schneckenabwehr sind, auf.

Übrigens kann man zum Weidegut auch mit der Postkutsche kommen. Sie hält genau vor dem Weidegut Colmnitz.... und mit der Postkutsche kann man auf den Spuren des legendären Casanovas, welcher so wie der Kräutermann von vielen Frauen umschwärmt wurde, entlang der Alten Salzstraße und historischer Postkurse nach Prag reisen.

Casanova verbrachte einen Großteil seines Lebens, auf seinen Reisen quer  durch Europa, in Postkutschen. Mit solch einer Postkutschenfahrt passieren Sie mehrere Stationen seines Lebens. Ausgangspunkt Ihrer Postkutschenfahrt ist die Residenzstadt Dresden. Von hier aus geht es entlang der Dresden-Freiberger Chaussee durch den Plauenschen Grund in den Tharandter Wald. Daran schließt sich die Überquerung des Osterzgebirges im Zuge der Postkurse Tharandt – Frauenstein und Freiberg – Teplitz an. Unterwegs übernachten Sie in historischen Zollhäusern und haben die Möglichkeit, das Kloster Osseg mit seinen großen Gärten, zu besuchen. Weiter, über Casanovas letzte Lebensstation in Duchcov (Dux), führt die Reise dann durch das Böhmische Mittelgebirge, vorbei an dessen höchsten Erhebungen, Burgen und Schlössern bis ins sagenumwobene Städtchen Peruc. Im Zuge des historischen Postkurses Leipzig – Prag erreichen Sie die historische Poststation Stredokluky vor den Toren der Goldenen Stadt, in der anno dazumal auch Casanova mehrmals Rast machte. Über die Prager Burg fährt die vierspännige Postkutsche dann in die historische Altstadt von Prag ein, dem Zielpunkt der alten sächsisch-böhmischen Salzstraße.

Kräutern mit Barbara Erler:

Kräuterfrau

Barbara Erler

Bahnhofstraße 4

01738 Colmnitz

barbara.erler (at) gmx.de

Reisen mit der historischen Postkutsche:

Gasthaus und Pension "Waldhof zu Grillenburg"

1. Sächsischer Postkutschenverein e.V.

Hauptstraße 18
01737 Grillenburg

Tel. / Fax.: 035202-4277

waldhofzugrillenburg@yahoo.de

Internet: www.waldhof-zu-grillenburg.de

 
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